Ausgabe 1/2004


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„Württemberg ließ fliegen sein Fahn“

Herzog Ulrichs Sieg über die Pfalz im Jahre 1504

 
Siebzehn Jahre war Herzog Ulrich alt, als er im Landshuter Erbfolgekrieg seinen erfolgreichsten Feldzug unternahm – gegen die Kurpfalz, die sich gerade anschickte, Vormacht in Süddeutschland zu werden. Der zum Teil ziemlich eigenmächtig geführte Krieg sollte Württemberg einen Gebietszuwachs bringen, wie keiner vorher oder nachher bis zur Neuordnung durch Napoleon.


Herzog Ulrich
Darstellung
des Gewinners: Herzog Ulrich von Württemberg, im Hintergrund das 1504 eroberte Kloster Maulbronn.
Bild: Stadtarchiv Maulbronn
Erst 1503 hatte Kaiser Maximilian den jungen Herzog Ulrich für volljährig erklärt. Am Sankt Ulrichstag des Jahres 1504, dem 4. Juli, kehrte er vom Freiburger Reichstag in sein Land zurück und übernahm wenig später offiziell die Herrschaft in Württemberg. Was hatte Kaiser Maximilian zu diesem Schritt veranlasst? Zunächst einmal kannte er den jungen Mann, der ihn bereits bei einem Kriegszug begleitet hatte, er schätzte und förderte ihn – nicht ganz ohne Hintergedanken. Maximilian wollte den Einfluss Habsburgs in Südwestdeutschland auf Kosten der immer mächtiger werdenden Kurpfalz stärken. Aber da war auch noch eine württembergische Angelegenheit in Ordnung zu bringen, die ihm wenige Jahre zuvor einiges Kopfzerbrechen bereitet hatte.

1498 hatten die württembergischen Landstände – mit Duldung des Kaisers – den selbstherrlich und korrupt regierenden Herzog Eberhard II. nach nur drei Jahren Amtszeit abgesetzt und eine eigene Regierung aus so genannten Regimentsräten gebildet. Der Kaiser erkannte die vom Landtag berufenen Räte ausdrücklich als „derzeitige Regenten des Landes zu Württemberg“ und „Verwalter der Regierung des Fürstentums“ an. Doch der zum Verzicht gezwungene Herzog Eberhard II. gab nicht auf: er trat seinen Anspruch auf das württembergische Herzogtum an Kurfürst Philipp von der Pfalz als einen bekannten Widersacher des Kaisers ab. Als Kaiser Maximilian im Sommer 1503 den jungen Herzog Ulrich für mündig erklärte, sollte dies in erster Linie bewirken, dass nach fünf Jahren Interimsherrschaft in Württemberg wieder übliche Verhältnisse einkehrten.

Doch der Kaiser hatte noch mehr vor mit dem jungen Herzog, dem er auch die Braut ausgesucht hatte. Die Verlobung Ulrichs mit Sabina von Bayern, einer Nichte des Kaisers, fand ebenfalls auf dem Freiburger Reichstag 1503 statt. Durch die familiäre Verbindung zum Haus Bayern geriet Ulrich jedoch noch in ein weiteres Konfliktfeld.

Herzog Ulrich mit Frau Sabina

Herzog Ulrich von Württemberg mit seiner Frau, Sabina von Bayern. Diese familiäre Verbindung war mit Ursache dafür, dass Ulrich 1504 in den Landshuter Erbfolgekrieg hineingezogen wurde. 1511 wird das Paar in den Chorbüchern des Klosters Lorch im Remstal dargestellt; sie waren die Hauptstifter des aufwändig gestalteten Werkes.
Bild: Württembergische Landesbibliothek



Der bayerisch-pfälzische Erbstreit

Am 1. Dezember 1503 starb Herzog Georg von Bayern-Landshut ohne männlichen Erben. Um sein Fürstentum in der engeren Familie zu halten, hatte er testamentarisch verfügt, dass seine Tochter Elisabeth, die mit dem jungen Pfalzgrafen Ruprecht verheiratet war, das Erbe antreten sollte. Ruprecht war der Sohn des Kurfürsten Philipp von der Pfalz und außerdem Neffe des Verstorbenen. ... Diese Verfügung widersprach den bayerischen Hausverträgen, denen zufolge die Herzöge Albrecht und Wolfgang von Bayern-München erbberechtigt waren. So wandten sich beide schon am 8. Dezember 1503 an den Kaiser, der sie ohne zu zögern mit Bayern-Landshut belehnte und das Testament für ungültig erklärte. Äußerst skeptisch hatte Kaiser Maximilian in den Jahren zuvor den Machtzuwachs der Kurpfalz verfolgt und es passte in sein Konzept, nun einen Vorwand zu haben, um gegen die Pfalz vorzugehen. ...

Kaiser Maximilian, der Schwäbische Bund, die Herzöge von Bayern-München und Herzog Ulrich von Württemberg gingen daran, den Krieg vorzubereiten. Ulrich sollte die Pfalz im Süden angreifen. Parallel fanden jedoch noch Verhandlungen statt. So lud der Kaiser die Kontrahenten im Januar 1504 nach Augsburg. Doch Philipp und Ruprecht fühlten sich durch die bisherigen Schritte Maximilians unter Druck gesetzt. Die Verhandlungen zogen sich hin und führten zu keinem Ergebnis. Schließlich sah sich die Pfalz zum Handeln gedrängt. Ruprecht und Elisabeth zogen am 17. April 1504 mit einem pfälzischen Heer in Landshut ein und übernahmen kurzerhand die Herrschaft. Eine Woche später entschied das Reichskammergericht in Augsburg gegen Ruprecht und zu Gunsten der Herzöge Albrecht und Wolfgang. Maximilian zögerte nicht länger und sprach über Ruprecht und seine Helfer die Acht aus. Der Krieg war da. ...

Wie Herzog Ulrich weiter vorging und den Kriegsverlauf zum Teil recht eigenmächtig bestimmte, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe.

Ulrich Maier



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